Das Hietzinger Cottageviertel - Villen zwischen Historismus, Jugendstil und Wiener Moderne

Das Hietzinger Cottegeviertel [sprich: kotèsch] im Dreieck zwischen Lainzerstraße, Hietzinger Hauptstraße und Verbindungsbahn gehört zu den vornehmsten und grünsten Wohngegenden Wiens, entstanden nach Parzellierung des populären Vorstadt-Vergnügungsetablissements „Neue Welt“. Die Bauherrn des ausgehenden 19. Jh. bevorzugten entweder Villen im englischen Landhausstil oder im Stil des in Wien besonders geschätzten, detailverliebten Historismus. Prächtig sollten sie sein und die soziale Stellung und den Wohlstand ihrer Bewohner dokumentieren. Wagemutigere beauftragten für ihre Ein-, Zwei- oder Mehrparteienvillen Architekten aus dem Kreis der Wiener Secessionisten um Otto Wagner und Josef Hoffmann. Die Wiener Moderne ist mit unkonventionellen Lösungen und Raumkonzepten von Adolf Loos und Josef Frank vertreten. Viele der noblen Adressen dienten als gesellschaftliche Mittelpunkte der geistigen und künstlerischen Elite Wiens.Hauptaugenmerk der Führung liegt auf der Architektur des Viertels, wir beschäftigen uns aber auch mit ihren Bewohnern Zu ihnen zählten führende jüdische Kulturschaffende, Unternehmer und Geschäftsleute, die nach dem Anschluss enteignet, ins Exil getrieben oder ermordet wurden. An die erst 1931 fertiggestellte Neue-Welt-Synagoge erinnert nur mehr ihr Abbild auf einer künstlerisch gestalteten Plexiglas-Stele.

Treffpunkt 13., Lainzerstraße 30, Straßenbahnlinie 60, Station Gloriettegasse
Termin(e) Samstag, 28. August 2021 um 14:00Uhr
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